Fotografie News - Landesverband Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern

  • 10.01.2022 Hintergrundwissen

    Versteigerung von Ikonen aus dem Weltraum...

    ...mit fotografischem Anspruch



    In den 1960er Jahren machte die NASA im Rennen um die Eroberung des Weltraums ikonische Fotos, die auf den Deckblättern und Frontseiten von Magazinen und Zeitungen abgebildet, unzählige Male im Fernsehen gezeigt und sogar auf Briefmarken abgedruckt wurden.

    Die Fotos zeigen wissenschaftliche Durchbrüche, die Unendlichkeit des Universums und die Verletzlichkeit  unseres eigenen Planeten. Die aus dem Weltraum von der Erde gemachten Aufnahmen veränderten nachhaltig die Vorstellung vieler Menschen  von der Bedeutung des irdischen Lebensraums und der Umwelt.

    Sie wurden zu den am meisten aufgerufenen und politisch wirkungsmächtigsten Fotos des 20. Jahrhunderts. Und werden nicht allein deswegen als Kunst eingestuft.

    Auf Artnet Auctions werden einige der Bilder, die unsere Neugierde auf das Unbekannte bis heute anfeuern, mit dem Hinweis angeboten: „NASA offers a selection of vintage space photographs from the 1960s and beyond. Explore this single owner sale below, and be sure to place your bids now through January 12.“

    Die politische und technologische Rivalität zwischen den USA und der Sowjetunion hat wesentlich zum Zustandekommen der Fotos beigetragen. Die Fotographie spielt in dem Wettrennen der beiden Supermächte eine wichtige Rolle.

    Die NASA besorgte sich die Technologie der hochauflösenden 70 mm Filme vom Verteidigungsministerium, dass diese im Spionagekrieg mit der Sowjetunion einsetzte.

    Damit war eine Lücke geschlossen. Die NASA hatte die Bedeutung der Fotografie unterschätzt. Kameraausrüstungen galten in den Anfängen der Raumfahrt lange als unnötiger Ballast. Der  Erfolg der Mission stand im Vordergrund und nicht deren Dokumentation.

    Die Astronauten selbst  machten sich für den Einsatz von Kameras stark. Es war der Chief of Photography Richard Underwood, der den Astronauten das Fotografieren und damit auch das Komponieren von Bildern beibrachte.

    Er wird von den Astronauten zitiert mit dem Satz “Your key to immortality is in the quality of your photographs and nothing else.”  Er wusste sehr genau um die Bedeutung der fotografischen Qualität der Aufnahmen. Er war weitsichtig. Er legte damit den Grundstein für die künstlerische Wertschätzung, die den Fotos heute entgegengebracht wird.

    Eine speziell für die Anforderungen des Weltalls entwickelte sehr leichte Hasselblad ausgestattet mit einem Zeiss-Objektiv kam mit Temperaturen von plus 120 Grad Celcius und minus 65 Grad Celsius zurecht.  Aus Gewichtsgründen wurden auf den Missionen 11 bis 17 insgesamt 12 Kamerabodies vor Ort zurückgelassen. Nur die Filme kehrten zur Erde zurück.

    Die Ausdrucke hatten naturgemäß die späteren Sammler nicht im Blick. Sie wurden für wissenschaftliche Zwecke gefertigt. Die Einordnung als Kunstwerk erhielten die Aufnahmen dennoch nicht ganz zu Unrecht. Sie waren vorzüglich komponiert. Es gab keine Möglichkeit der Wiederholung. Das war allen Beteiligten von Anfang an klar. Sie sollten also in jeder Hinsicht perfekt sein. Das dokumentarische Erfordernis und die mit der Unwiederholbarkeit verbundenen Einschränkungen zahlten sich letztlich in der fotografischen Qualität aus.

    Noch ist 2 Tage Zeit.


    Christoph Linzbach

    https://www.facebook.com/page/55757954259/search/?q=NASA


    https://www.artnet.com/auctions/nasa-0122/