Fotografie News - Landesverband Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern

  • 09.05.2022 Hintergrundwissen

    Nick Compton

    Ein Fotograf in Südafrika




    Fotos sind dazu da, gemacht zu werden. Es geht um dich, dein Auge und deine Kreativität, die zusammenfinden müssen, sagt der südafrikanische Fotograf in einem Interview mit dem Blog ThePhotoblographer. Er hat eine Serie fotografiert, die Häuser oder besser gesagt Hütten zeigt, die an der Küste Südafrikas aus dem Boden schießen. Es sind einfache und gleichzeitig sehr individuell gestaltete Behausungen. Ein Vorhaben, das ihm den Kontakt mit den unterschiedlichsten Menschen ermöglichte.

    Nick Compton war ein Kricket Ass in Südafrika bevor er zur Fotografie wechselte. Er wurde in eine Künstlerfamilie geboten und somit war der Übergang zur Fotografie kein abrupter. Seine neueste Serie trägt den Titel „Home“. Sie zeigt einfachste Behausungen, die die Kreativität der Bewohner widerspiegeln. Im Interview erzählt er die Geschichte hinter den Fotos.

    Sein Vater war Fotograf, der sich mit dem Thema Naturschutz beschäftigte. Sonntagabend zur besten Sendezeit präsentierte er eine Sendung über das Tierleben in Südafrika. Die Reisen seines Vaters ließen ihn in Kontakt kommen mit der einheimischen Bevölkerung,  mit Menschen die gerne gemieden werden und die man als weißer Südafrikaner nicht so gerne in seinem Haus willkommen heißt. Sein Vater gab ihm eine Kamera in die Hand und zeigt ihm, wie man Menschen nicht nur ablichtet, sondern sie mit der Kamera anfreundet, so dass emotionale Porträts entstehen. Sich intensiv mit der diversen Kultur in Südafrika zu beschäftigen, bestimmte seinen Lebensweg.

    Nick Comton: Making the switch from cricket to photography, I didn’t see it as a switch as such. I think it was just a passion that I carried through my travels, and I’ve always found a huge interest in art, in using my eye and allowing my eye to dictate what I see.

    Auch seine Mutter war Künstlerin und somit war es wohl in den Genen angelegt, sich im Laufe der Karriere künstlerisch zu betätigen. Kunst war sein Lieblingsfach in der Schule. Und auf jeder Krickettour war die Kamera dabei.

    Nick Compton: It’s my way of switching off; it’s my way of immersing myself in something other than perhaps thinking or overthinking, particularly during playing sport or in life after sport.

    Die Serie „Home“ war wohl auch ein Produkt der Covid Pandemie. Menschen verließen die Stadt und ihre Siedlungen, weil sie sich die Kosten für Strom, Miete und Wasser nicht mehr leisten konnten. Neue Behausungen schossen wie Pilze aus dem Boden. Zusammengestückelte Fassaden, lebendige Farben und erodiertes Metall. Jedes Haus ein Unikat liebevoll errichtet, dass sich von dem in der  Abendsonne glänzenden Sand kontraststark abhob, gleichzeitig aber in die Dünen wie selbstverständlich eingebettet war.

    Er lernte Menschen kennen, die ihn bereicherten und ihn seinen eigenen unfassbar großen Wohlstand reflektieren ließen, wie er das vorher noch nicht gemacht hatte. Nichts schien mehr selbstverständlich. Dabei hatten ihn viele seiner Freunde gewarnt, sich nicht diese Gegenden zu wagen. Er fühlte sich sicher in der anfangs ungewohnten Umgebung, gibt aber zu, dass nur ein negatives Erlebnis seine Sicht möglicherweise geändert hätte. Nick Compten: Maybe I got lucky, maybe I didn’t; maybe that’s how it always is.“

    Die Hütten findet ihr abgebildet im Interview mit dem Blog ThePhotoblographer, das auch Quelle und Grundlage des Beitrages ist. Die Website ist ebenfalls sehenswert.


    Christoph Linzbach

    https://nickcompton.com/

    https://www.thephoblographer.com/2022/05/01/amazing-stories-found-their-way-to-nick-compton-in-african-homes/#more-193963