Fotografie News - Landesverband Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern

  • 01.07.2022 Hintergrundwissen , Wettbewerbs- und Ausstellungshinweise

    Les Rencontres de la Photographie…

    …in Arles




    Mit mehr als vierzig Ausstellungen an verschiedenen außergewöhnlichen Orten des Kulturerbes der Stadt tragen die Rencontres d'Arles seit 1970 jeden Sommer zur Vermittlung des fotografischen Welterbes bei und sind zu einem Schmelztiegel für zeitgenössisches Schaffen geworden. So ist es auf der Seite von sichtbar.art zu lesen.

    Während der Eröffnungswoche treffen sich Fotografen und die Programmkuratoren „throughout the city day and night“ auf Abendveranstaltungen, Führungen sowie und Debatten und Vorträgen. „The Rencontres d’Arles stands with the Ukrainian people as they fight for their freedom. All week, the festival pays tribute to the artists and photographers whose lives are threatened by Russia’s aggression.“

    Die Eröffnungswoche läuft vom 4. - 10. Juli 2022 und die Ausstellungen vom 4. Juli - 25. September 2022. Eine App für Android und iOS in Französisch und Englisch steht zur Verfügung. Ein durchdigitalisierter Event. Den Teilnehmer:innen wird es leicht gemacht, den Überblick zu behalten. Jeder und Jede soll für sich das meiste und beste aus dem Festival herauszuholen. Die Fülle und Bandbreite der Events ist enorm. Die App wird wie folgt angepriesen: „The perfect way to access all exhibitions and events, with videos and podcasts related to the program. You can also purchase and display your tickets, personalize your itinerary and agenda, receive alerts on essentials, make your way around the city with mapped geolocation, and consult real time traffic at exhibition venues. The application also offers calendar services and social networking services for professionals.“ Man präsentiert sich auf der Höhe der digitalen Zeit. Ob die App den Besucher:innen eine Pause gönnt?

    Die Eröffnungsnacht am Rhoneufer beginnt mit einer großen Party mit Musik und Fotos vom indischen Subkontinent. „The quays of the Rhône go all out to whisk us off to the banks of the Ganges.“ Das Programm in Arles ist so spannend wie vielfältig. Hier einige Auszüge. Die Veranstaltung zur Nationalen Fotoschule in Frankreich findet am 7. Juli statt. Der 40. Geburtstag der École Nationale Supérieure de la Photographie (ENSP) wird mit einer Präsentation von Fotografien gefeiert, die die Vielfalt der studentischen Arbeiten in der Geschichte der Schule widerspiegelt. Vom 4. bis 9. Juli läuft der Arles Book Fair veranstaltet gemeinsam mit France PhotoBook. „France PhotoBook est une association ouverte à tout éditeur de livres de photographie dont le siège social est situé en France et produisant au moins trois titres par an.“ Ungewöhnliches hat in Arles einen Platz wie eine von Nathalie Herschdorfer und Pascal Hufschmid kuratierte Ausstellung, die die Geschichte des Roten Kreuzes mit 600 Bilder von 1850 bis heute zeigt. „Most of the photographs on display were taken to inform the public about urgent humanitarian issues, while others were intended for internal use.“ Ebenso findet Experimentelles seinen Platz wie die komplexe und performative Arbeit von Noemi Gouda aus Fotografien und Filmen bestehend, die die „inter-connectedness of human and non-human life“ reflektieren soll. Ein Video auf der Website des Festivals erleichtert die Vorbereitung auf den Besuch dieser nicht ganz leicht zugänglichen Arbeit. Mitch Epstein reiste von 1978 bis 1989 insgesamt ach Mal nach Indien und machte tausende von Fotos. Er heiratete die indischen Regisseurin Mira Nair. In Indien war er Produzent und Szenenbildner für einige Filme. Er war wegen seiner familiären Bindung Insider  und Outsider zugleich. Neben seinen Fotos werden zwei Filme gezeigt. Eine tiefe Erfahrung eines hochkomplexen Landes von unfassbarer Vielfalt. Das Volk der Kogi lebt in den Bergen im Norden von Kolumbien. Sie stammen von der Kultur der Taison ab, die bis zum Eintreffen der Spanien auf hohem zivilisatorischem Niveau  in Kolumbien lebte. Ein Beitrag gegen das Vergessen indigener Bevölkerungen . „Who are the Kogi people? Where and how do they live? What type of dialogue can we have with them? To what end, regarding the pressing questions of our age? 40 photographic works by Éric Julien show a profoundly human society in which everything is “sign”. A society whose last heirs, refugees in the upper valleys of the Sierra Nevada de Santa Marta, look with sadness upon their little brothers, “the civilised, as they call themselves,” destroying the web of life.“ Es ist nur zu verständlich, dass das Festival für viele Künstler aus Deutschland ein Event ist, den sie nicht missen möchten.

    Christoph Linzbach


    https://francephotobook.fr/

    https://www-ensp--arles-fr.translate.goog/?_x_tr_sl=fr&_x_tr_tl=de&_x_tr_hl=de&_x_tr_pto=sc

    https://www.rencontres-arles.com/en

    https://sichtbar.art/festival/les-rencontres-de-la-photographie-arles-2022