Fotografie News - Landesverband Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern

  • 30.08.2022

    Die heile Welt des Mark Zuckerberg...

    ...bekommt Kratzer





    Der Meta CEO Mark Zuckerberg hat Instagram während eines längeren Interview in dem Podcast des Comedian Joe Rogan „The Joe Rogan Experience“ als einen „super positive space“ bezeichnet.

    In dem dreistündigen Gespräch mit Joe Rogan kritisiert Zuckerberg Twitter. Es sei kaum möglich, Zeit auf dieser Social Media Plattform zu verbringen, ohne sich zu ärgern.

    “As a product designer, a big part of what you’re designing is the emotional experience that people have using it. So I just don’t want to build something that makes people super angry,”

    Auf Twitter finde man viele kluge Leute, aber mindestens ebenso viele, die sehr bissig seien.

    „I find that it’s hard to spend a lot of time on Twitter without getting too upset,” fügt Zuckerberg an. “On the flip side, I think Instagram is a super positive space.”

    Ein großer Teil der Kritik, die Instagram entgegengebracht werde, laufe darauf hinaus, dass die Plattform zu positiv sei.

    “I think some of the critiques we get there is that it’s very curated and potentially, in some ways, overly positive but I think the energy on Instagram is generally very positive,”

    Unterschiede zwischen Twitter und Instagram gehen aus seiner Sicht auch auf das Design der beiden Plattformen zurück.

    “I think images are a little less cutting usually, and kind of critical, than text,”

    Seine Kommentare zu Instagram können als Replik auf die Kritik verstanden werden, die Frances Haugen vor etwa einem Jahr äußerte, die Instagram als gefährlicher als andere Plattformen bezeichnet hatte.

    “Instagram is about social comparison and about bodies… about people’s lifestyles, and that’s what ends up being worse for kids,”

    Haugen konstatiert: „I am deeply worried that it may not be possible to make Instagram safe for a 14-year-old, and I sincerely doubt that it is possible to make it safe for a 10-year-old,”

    Gegen Meta sind derzeit in den USA 8 Klagen anhängig, in denen dem Konzern vorgeworfen wird, für Instagram Algorithmen zu verwenden, die darauf ausgelegt sind, junge Menschen zu ködern und sie von Instagram abhängig zu machen. Meta benutzte so einer der Vorwürfe, die altersbedingten Unsicherheiten junger Leute,  um sie in Abhängigkeiten zu bringen, die zu Angststörungen, Esstörungen und Depressionen führen können. Junge Leute drohten den Bezug zur Realität zu verlieren. Eine Mutter hatte Meta verklagt, weil sie Instagram mitverantwortlich für den Selbstmord ihrer Tochter macht.

    In den Klagen sind Sätze zu lesen wie: “Meta has invested billions of dollars to intentionally design their products to be addictive,…..and encourages use they know will be problematic and highly detrimental to their users’ mental health.”

    Ganz sicher nicht ohne Grund findet man auf der Website der von der Bundesregierung unterstützten Initiative „Schau hin“ gute Hinweise, wie man sein Kind schützen kann.

    „Instagram ist bei Kindern und Jugendlichen beliebt. Die App gehört zum Facebook-Konzern und die Kritik ist groß: Das soziale Netzwerk steht in der Kritik, weil dort ein ungesundes Körperbild und Schönheitswahn vermittelt werden, Metadaten werden für Werbezwecke genutzt. SCHAU HIN! erklärt, was Eltern tun können, um ihre Kinder auf Instagram zu schützen“

    Die Reaktion von Herrn Zuckerberg läßt jede Sensibilität und jedes Verständnis vermissen. Er hat offensichtlich keine Lust, sich mit den gesellschaftlichen und sozialen Folgen seiner Produkte zu beschäftigen. Wenn es nach ihm geht, besteht die Welt in Zukunft nur noch aus schönen Bildern. Wir sollen ausschließlich mit und in Bildern leben. Bücher und Texte lesen oder sich im Gespräch auszutauschen, ist Kommunikation, die besser der Vergangenheit angehört. Ob Herr Zuckerberg weiß, wie man das Wort Demokratie buchstabiert?

    Christoph Linzbach

    https://me.mashable.com/tech/17385/meta-is-facing-8-lawsuits-alleging-that-its-addictive-algorithms-harm-young-users