Fotografie News - Landesverband Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern

  • 09.09.2022 Hintergrundwissen

    Königin Elizabeth II…

    …in Bildern





    Der Tod einer beliebten Königin löst eine wahre Bilderflut aus, wie man sie selten erlebt hat. So als wolle die Welt ihrem Tod rückgängig machen, nicht wahrhaben oder zumindest diese Frau nicht endgültig in das Jenseits entlassen. Bilder vom Fels in der Brandung oder Anker in Zeiten der Krise werden bemüht. Die Briten glauben einen Verlust an Soft Power, an informeller stabilisierenden politischer Einflussnahme zu spüren und empfinden Schmerz. Das ist sicher nicht unbegründet.

    Die aktuellen Flut der Bilder aus dem Leben einer Königen suggerieren ein hohe  gesellschaftliche und politische Relevanz der britischen Monarchie. Es darf  aber nicht vergessen werden, dass die Königin bzw. der neue König im politischen System des UK nur eine repräsentative Funktion hat. Dennoch erscheint die Bilderflut als Verstärker für die Krise des politischen Systems im Vereinigten Königreich. Wirkmächtige Bilder auch mit globaler Ausstrahlung, denn die Demokratien stehen weltweit unter Druck.

    Vor diesem Hintergrund muss jeder überzeugte Demokrat und jede überzeugte Demokratin die aktuellen Bilder mit gemischten Gefühlen betrachten. Wir wissen aus der Forschung, wie wichtig es ist, dass die Bürgerinnen und Bürger eine emotionale Bindung an ihre Demokratien haben. Wenn ein Staatsoberhaupt diese Bindung befördert, kann man das nur gut heißen. In diesem Sinne hat sich die britische Königin Verdienste erworben. Sie wußte aber auch die Medien für sich zu nutzen. 1953 setzte sie die Übertragung ihrer Hochzeit in Westminster im Fernsehen gegen den Willen Churchills durch. Weltweit sahen fast 300 Mio Menschen die Bilder zeitversetzt. Damit hat sie ganz sicher Mediengeschichte geschrieben.

    Sie hat sich Verdienste zuletzt aber in einem Land verdient, in dem das Parlament und die Parteien ihre emotionale Bindungskraft an die  Wähler zunehmend verspielen. Und das ist für die britische Demokratie nicht unproblematisch. Die Medien müssen in  einer krisenhaften Phase einer Demokratie mit Bildern vorsichtig umgehen, die die Möglichkeit eines Gegenmodels suggerieren, auch wenn es sich nur um eine emotionale Alternative handelt. Eine so gestaltete Verklärung hätte die verstorbene Königin weder verdient noch gewollt. Sie war eine zurückhaltende vorbildliche Demokratin. Der neue König wird hoffentlich ein meinungsstarker Demokrat sein. Es wäre den Briten zu wünschen. Mehr noch wäre ihnen ein demokratisches System zu wünschen, dass nicht mehr an den repräsentativen Überbleibseln einer Monarchie wie an einer Beatmungsmaschine hängt.

    Zurück zur Bilderflut. Wer sich dem Konsum royaler Bilder hingeben möchte, wird schnell fündig. Hier einige Links, die mir aufgefallen sind und die für Fotograf:innen interessant sein könnten.

    Christoph Linzbach



    https://www.vogue.de/gallery-1512651823213

    https://www.nationalgeographic.com/history/article/national-geographic-remembers-queen-elizabeth-ii

    https://petapixel.com/2022/09/08/queen-elizabeth-ii-has-died-a-look-back-on-her-life-in-photos/