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  • 29.03.2026 Fotografisches Wissen

    Dauerbrenner für Lightroom-Nutzer

    Maike Jarsetz vermittelt Lightroom-Wissen praxisnah

    Auch in der 10. Auflage von „Lightroom Classic – Schritt für Schritt zum perfekten Foto“ bleibt Maike Jarsetz den Leserinnen und Lesern nichts schuldig, was man über die gekonnte Anwendung von Lightroom wissen muss.

    In insgesamt 15, inhaltlich und didaktisch bestens aufbereiteten Kapiteln, werden alle Funktionen und Möglichkeiten eingehend und reich illustriert beschrieben sowie Tipps zum optimalen Umgang mit Lightroom vermittelt. Wesentliche Aspekte können durch bereitgestellte Beispielmaterialien selbständig vertieft werden. Übung macht schließlich den Meister.

    Nach einer ersten, eher allgemeinen Einführung im 1. Kapitel, geht Maike Jarsetz in den beiden folgenden Kapiteln intensiv auf die Möglichkeiten des Bilderimports und der Nutzung der Bibliotheksfunktion von Lightroom ein, dessen Stärke und „Kerngeschäft“ die Bildverwaltung darstellt. Inzwischen in einigen Teilen auch mit KI-Unterstützung (Personenerkennung). Maike Jarsetz misst daher dieser Kernfunktionalität einen entsprechenden Stellenwert bei und illustriert nachdrücklich, wie und mit welchen Optionen eine systematische Ordnung für die eigenen Fotografien strukturiert umgesetzt werden kann.

    In den Kapiteln 4-8 werden die mit den Jahren immer umfassenderen und auch qualitativ verbesserten Entwicklungsmöglichkeiten von Lightroom beleuchtet. Startpunkt ist die Erläuterung des Entwicklungs-Moduls mit darauffolgenden Betrachtungen der vielfältigen Basis-Entwicklungsmöglichkeiten bis hin zu KI-gestützter Rauschreduzierung. Damit die Entwicklung der eigenen Fotografien, gerade wenn es sich um eine große Anzahl handelt, möglichst effizient erfolgen kann, präsentiert Maike Jarsetz einen Entwicklungsworkflow, der die von Lightroom gebotenen Möglichkeiten, wie z.B. der Erstellung eigener RAW-Standards oder die Synchronisation von Entwicklungen, auszuschöpfen hilft.

    Dass sich Entwicklungseinstellungen nicht unbedingt 1:1 auf jedes Foto übertragen lassen, wird jedem Fotografierenden einleuchten. Maike Jarsetz geht auf die motivgerechte Entwicklung deshalb in einem gesonderten Kapitel ein. Die darin erörterten Bearbeitungstools, insbesondere für die Retusche, nutzen vielfach KI. In dem Buch werden sowohl klassische Werkzeuge, wie auch die immer ausgereifteren KI-unterstützte Möglichkeiten eingehend behandelt.

    Das Arbeiten mit Masken war lange Zeit Photoshop vorbehalten. Das hat sich inzwischen geändert und so ist es fast zwangsläufig, dass Maike Jarsetz sich dem Einsatz der Maskentechnik in Lightroom in einem eigenen Kapitel widmet. Sie geht hierbei nicht nur auf den rein technischen Aspekt ein, wie welche Masken ausgewählt und verfeinert werden können (wiederum vielfach mit KI-Unterstützung), sondern behandelt (selbstverständlich) die Vorzüge lokaler Korrekturmöglichkeiten durch den Einsatz von Masken.

    Alle Entwicklungsoptionen und -feinheiten führen dann i.d.R. auch konsequenterweise zum eigenen Bildstil oder Look. Wohl das Ziel vieler, wenn nicht aller Fotografierenden. Im Buch wird ausführlich beschrieben, wie dies mit Presets – globalen, adaptiven und individuellen – und/oder Color-Lookups (inkl. Color-Grading) erreicht werden kann. Nicht fehlen darf dabei natürlich die Umwandlung von Farb- in Schwarzweißfotografien, auf die kurz eingegangen wird.

    Praktische Tipps für Unterwegs, ob nun durch sorgfältig vorbereitete „Reisekataloge“ für Lightroom Classic oder durch Verwendung der Lightroom-App für mobile Geräte, gibt es ebenfalls. Wichtig für diejenigen, die schon Unterwegs die Bildorganisation, -bearbeitung oder -weitergabe vornehmen wollen.

    Was tun, wenn die Fotografien katalogisiert und entwickelt sind? Auch darauf gibt Lightroom mit 4 weiteren Funktionalitäten Antworten. Und auch diese behandelt Maike Jarsetz selbstverständlich. Neben der mittels Lightroom möglichen, aber ggü. spezialisierten Layout-Programmen doch eingeschränkten Erstellung von Fotobüchern, der Zusammenstellung und Wiedergabe von Diashows oder der Online-Bereitstellung über das Lightroom-Web-Modul wird auch auf die häufig unterschätzte Druck-Funktionalität von Lightroom eingegangen. Oft ein Buch mit 7 Siegeln, gerade für diejenigen, die gerade erst damit starten ihre Fotografien selbst zu drucken. Aber schon in dem präsentierten Funktions-Überblick zu diesem Modul wird ersichtlich, dass Lightroom sich hinter anderen Programmen ganz und gar nicht verstecken muss. Dass es für den guten Druck aber nicht reicht ein entsprechendes Modul aufzurufen und den „Drucken-Button“ zu anzuklicken, wird spätestens bei dem Exkurs zum Farbmanagement klar. Klar ist auch, dass eine intensivere Behandlung aller relevanten Themen rund um das Drucken den Rahmen des Buches von Maike Jarsetz sprengen würde. Da sei es erlaubt, auf entsprechende Publikationen aus dem Rheinwerk-/dpunkt-Verlag zu verwiesen.

    Den Austausch von Bildmatetrial zwischen Lightroom und anderen Bearbeitungs-Tools wie z.B. Photoshop und dem Export in gängige Bildformate widmet Maike Jarsetz das letzte Kapitel ihres Buches. Wieder mit Hinweisen auf Besonderheiten, die es zu beachten gilt oder auf Optionen, entsprechende Vorgänge zu standardisieren und damit schneller und reproduzierbar erledigen zu können.

    Fazit: Auch mit der 10. Auflage dieses Standardwerks, das vom Rheinwerk-Verlag mit Hardcover-Umschlag, Fadenbindung, Lesebändchen und bester Druckqualität produziert – gelingt es Maike Jarsetz die umfangreichen Möglichkeiten von Lightroom strukturiert, didaktisch sehr ansprechend aufbereitet und mit begleitenden Workshops (inkl. Beispieldateien zum Download) zu vermitteln. Auch wenn angesichts der rasanten Entwicklung von Lightroom & Co, insbesondere der integrierten KI-Fähigkeiten, davon auszugehen ist, dass auch die 11. Auflage nicht lange auf sich warten lässt, kann dieses Buch für ambitionierte Fotografierende und Lightroom-Anwender uneingeschränkt empfohlen werden, bleiben doch viele der darin beschriebenen Funktionalitäten nahezu unveränderliche Basiselemente.